In Deiner Abstimmung fehlt ein Punkt - nämlich "wünschenswert, aber utopisch."
Bis jetzt hat sich nur Deutschland für einen Atomausstieg entschieden. Die Länder um uns herum, bauen fleißig weiter Atomkraftwerke, weil es in ihren Augen die kostengünstiges und umweltschonendste Alternative zur Stromerzeugung ist.
Wenn Deutschland den Ausstieg schafft, ist das zwar wünschenswert, wird uns aber kaum helfen, denn wenn in einem unserer Nachbarländer ein AKW ausfällt (siehe Forsmark in Schweden) oder gar wie Tschernobyl in die Luft fliegt, betrifft uns das genauso, wie die Länder, die eigene AKWs betreiben. Der Fall out und die Stromschwankungen machen keinen Halt vor der deutschen Grenze.
Außerdem plant die EU ein neues Gesetz zur Beförderung von Strom. Danach soll es ein einheitliches europäisches Stromnetz geben, welches von einem unabhängigen Unternehmen geführt wird und jeder Stromproduzent soll für die Einspeisung seines Stromes die selbe Gebühr entrichten. Dann ist es vollkommen egal, wie der Strom produziert wird. Auch im deutschen Netz wäre dann Atomstrom unterwegs, selbst wenn Deutschland keine AKWs mehr hat. Die Schweden liefern ihre Atomenergie dann über deutsche Netze z.B. nach Spanien oder eben umgekehrt.
Der Endverbraucher kann sich seinen Stromanbieter und somit seine Stromart selbst aussuchen. Ich könnte dann also den deutschen Ökostrom kaufen, aber auch Strom, der im AKW Saliesfield in Großbritannien hergestellt.
Der nationale Ausstieg ist in meinen Augen zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber dadurch entziehen wir uns auf keinen Fall einer vernüftigen Debatte und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Atomenergie. Vielmehr sind wir Deutschen dann in der Pflicht, die Alternativen auch für andere Länder so attraktiv zu gestalten, dass sie nachziehen können.