Ein Jahr seit Eröffung dieses Threads ist um, in dieser Zeit konnte man wieder neue Erkenntnisse gewinnen.
Die Frage: Stehen wir vor einer Deflation oder Inflation kann man jedoch immer noch nicht 100 % beantworten.
Einerseits ist der Druck auf die Löhne steitens der aufstrebenden Länder aus Osteuropa und Asien und deren hohe Produktionskapazitäten vorhanden.
Auf der anderen Seite, die für Inflation spricht, stehen die steigene Rohstoff und vor allem Energiekosten.
CBR-Index:
CBR ist ein breitgefaßter Index, der nahezu die Entwicklung aller Rohstoffe beinhaltet.
Man erkennt deutlich, daß die Preise der meisten Rohstoffe seit Anfang 2000er Jahre dramatisch steigen - diese Entwicklung hält immer noch an.
Wenn die Rohstoffpreise steigen, steigt im Normallfall auch die Inflation.
Wenn aber die Inflation steigt, versuchen die Notenbaken dieser Welt dem entgegenzuwirken indem sie das Zinsniveau anheben.
Auf diese Art wird der Konsument angeregt zu sparen (es gibt mehr Zinsen auf Sparbuch) und die Kredite für Neuinvestitionen werden teurer (die potenzielle Investoren halten sich mir Neuinvestitionen zurück, Geld wird eher gehortet, was die Inflation abbremsen müßte).
Ein Blick auf den T-Bond Index:
T-Bond Index ist der Barometer für die 30-jährigen US-Anleihen.
Er verhält sich invers zu den Zinsen, d.h. steigen die Anleihenkurse und somit der T-Bond Index, so fallen die Zinsen.
Umgekehrt - Fällt der Index bedingt durch fallende Anleihenpreise, steigen die Zinsen.
Wie man unschwer erkennt, die absolute Niedrigzinsphase in den USA hatten wir im Jahr 1999 - in der Zeit kurz vor dem Platzen der Aktienblase. Das aktuelle Zinsniveau ist langfristig gesehen aber immer noch niedrig.
Das ist wiederum ein wenig verwunderlich angesichts der steigenden Rohstoffpreise - wie wir oben anhand des CBR-Indexes ablesen können.
Warum ist das so?
Das Zinsniveau beliebt niedrig, weil die Konjuktur in Westländern immer noch lau ist. Die Rohstoffpreise ziehen nur deswegen so stark an, weil die Nachfrage aus Asien enorm ist und immer noch steigt.
Vielleicht wollen die Amis aber lieber die Zinsen niedrig halten, ein hoher Zins würde den Dollar stärken und bei so hohen Handels- und Haushaltbilanzdefizit wäre das unproduktiv.
Die meisten US Schulden befinden sich in den Händen der Asiaten - China und Japan sind die größten Käufer der US-Staatsanleihen.
Amis könnten dazu neigen ihre Schulden loszuwerden - abbezahlen kann man das im Normalfall nicht mehr, weil der Schuldenberg einfach zu groß ist, aber wenn man den Dollar so abwerten würde, daß er nichts wert ist, wäre man die Schulden los.
Wichtig dabei - man müßte sich vorher die Rohstoffquellen sichern, damit man es nachher, wenn der Dollar nichts mehr wert ist, nicht überteuert einkaufen müßte. Solange der Bush US-Präsident bleibt, ist ein Abzug der US-Truppen aus USA so gut wie unnmöglich.
Der Goldpreis:
Der Golpreis spielt in diesem Spiel eine sehr wichtige Rolle.
Goldpreis misst die Entwicklung der Währungen.
Das Gold kann man nicht so einfach drucken und vermehren wie die Geldbanknoten. Es ist in begrenzten Mengen verfügbar und kann nie verderben, es wird immer einen Wert haben.
Gerät eine Währung in Gefahr, egal ob es Dollar, Euro, Rubel oder Peso ist, kann man das sofort in jeweiligen Goldpreis erkennen.
Der Goldpreis hat im Jahr 2000 sein Tief markiert (im Jahr des Platzen der Aktienblase) und seitdem hat er sich verdoppelt.
Aber auch im Euro zieht der Golpreis an:
Fazit:
Das aktuelle Zinsniveau ist vielleicht schon etwas zu tief.
Die Länder sind aber so stark verschuldet, daß sie sich kein hohes Zinsniveau wünschen wollen. Das kann aber eine Folge haben, daß die Investoren nach sicheren Hafen suchen und schwache Währungen meiden. Unternehmer wollen vielleicht für Ihre Ersparnisse schnell die benötigte und stetig im Preis steigende Rohstoffe auf Vorrat kaufen, als den Dollar oder Euro auf dem Konto zu haben.
Wer kein ensprechendes Vorratslager besitzt, kauf dann vielleicht Gold - ein ensprechend großer Tresor reicht vollkommend aus.
Werden die Asienländer weiterhin stark wachsen, wird die Entwicklung anhalten. Während die verschuldete und demografisch veraltete Westländer mit ihren Problemen zu kämpfen haben werden, werden jeweilige Währungen wohl abgewertet, die Rohstopreise in jeweiligen wirtschaftlich schwachen Währugen werden sich weiterhin verteuern.
Eine echte Inflation bekommen wir erst dann, wenn der Euro stark abewerten (Goldpreis von 5000 ? /oz, Ölpreis 300 ? /Barrel) und die Löhne dann exorbitant steigen würden.
Die ersten Anzeichen sind da, aber bis dahin können wir noch in eine Deflation rutschen, wenn sich der Staat kaputtsparen versucht.